Theresa Rath

Autorin

Kurze Reflexion über das Alter

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In der letzten Zeit gehe ich kaum noch erst um elf ins Bett. Manchmal glaube ich, das Alter hat Einzug gehalten. Das sind solche Gedanken, wie man sie sich mit 27 macht. Manche von uns zumindest. Aber das ist eigentlich alles Blödsinn. Das sind solche Rechtfertigungen, wie man sie mit 27 gelernt hat, wenn man gut in Sozialkunde und in der Erziehung der Eltern zugehört hat, wie ich bemerke. Ich bin gar nicht mehr in der Lage, das zu sagen, was ich wirklich denke, weil man mir zu oft gesagt hat, dass diese Gedanken überflüssig oder zu kompliziert sind. So wie ich gelernt habe, keine Sätze mit mehr als zwei Nebensätzen zu bilden, so habe ich gelernt, wie eine Erwachsene zu sprechen. Obwohl ich bei dem Wort „Erwachsene“ doch immer noch an das Zitat von Neil Gaiman denken muss: „Es gibt keine Erwachsenen. Es gibt nur Menschen, die aussehen wie Erwachsene.“ Oder an das, was ich mit vierzehn oder fünfzehn schrieb: Sie sollten nicht Erwachsene heißen, sondern Verwachsene. Womit wir bei der ersten der vielen Fragen wären, die ich im Laufe dieser Aufzeichnungen stellen will: Ist es wirklich erstrebenswert, sich in dieses Kostüm der Allwissenden zu kleiden, seine Sätze zu verkürzen und sich in all das einzufügen, was sie einem im Laufe der Jahre lehren? Wollen wir wirklich so verkümmern, irgendwann in den Rahmen passen, nur noch klassische Musik hören und unsere wirklichen Gefühle verleugnen, denen wir irgendwann, ab dem passenden Reifegrad, die richtigen Namen geben: Wut, Trauer, Enttäuschung. Am besten vor dem passenden Therapeuten.

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